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"Langsam, und nur schrittweise, wird der Leser in eine entschwundene Welt geführt, die vielleicht nur mehr in blassen
Konturen in seinem Gedächtnis verborgen war: Die Geschichte des deutschen Spätmittelalters, die Intrigen am Prager Hof der
Luxemburger, der Kampf um die Kaiserwürde, die Bedeutung der Alchemie für das Denken dieser Zeit, die Konfrontation des
christlichen Abendlandes mit der islamischen Kultur, die ersten Ansätze bürgerlichen Lebens, die immer wieder aufflackernden
Judenpogrome. Diese Vergangenheit, und das ist vielleicht die entscheidende Leistung dieses Textes, dient Alioth aber in erster
Linie als Folie für den Entwurf einer eigenständigen Sprachwelt.
Die Frage, welches Verfahren zur Darstellung der Vergangenheit taugt, wird durch eine von allen Modernismen befreite, gleichmässig
präzise wie atmosphärische Sprache beantwortet, die den Duktus des Spätmittelalters, einer Krisen- und Wendezeit durchaus, nicht
imitiert, sondern neu erfindet. Wer sich auf dieses Buch einlässt, wird sich, wenn auch nur für einige Stunden, der Gegenwart
verweigern müssen."
(Der Standard, 2.10.1996, Konrad Paul Liessmann)
"In allen vier Romanen berichten Gefangene ihres Schicksals, innerlich und äusserlich Eingeschlossene. Die Kombination von
Sprachbeherrschung, Recherche und Einfühlungsvermögen erlaubt einen historischen Blick von innen - die Epoche lebt. Intensive
Stimmungen werden überraschend knapp evoziert, in Natur wie Zivilisation. Faszinierend ist der Sog, der beim Lesen entsteht:
Ein farbiger Strom von Bildern zieht uns Heutige in die Geschichte hinein, in die Geschichte hinab."
(Der Landbote, 27.3.1999, lrène Bourquin)
"Der Roman lockt mit dem Zauber spätmittelalterlicher Bildteppiche: im Bildgrund wuchernde Phantastik und - schwerelos da hineingewirkt -
ein Traum von Schönheit und gebannter Not. Das muss man mögen, um es zu mögen."
(Basler Zeitung, 2.9.1999, Dorothee Hammerstein)