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"Gabrielle Alioths Narr könnte ein philosophischer Grenzgänger unserer Tage sein, vielleicht ist es
neben den historischen Parallelen und der Dichte der Sprache auch dieser Aspekt, der das Buch so
lesenswert und faszinierend macht. Und letztendlich ist es sicher auch der Lebensraum der
Schriftstellerin: denn wenn der Narr seinen Blick über das Land schweifen lässt, entsteht vor dem
geistigen Auge des Lesers die Landschaft Irlands. Ein wunderschönes Buch, das auf weitere Werke
dieser Schriftstellerin hoffen lässt."
(Stuttgarter Zeitung, 2.11.1990, Maria Ossowski)
"Gabrielle Alioth hat ihre Bilderwelt mit der Patina eines scheinbar längst entschwundenen Zeitalters
überzogen. Deutlich regiert ein starkes ästhetisches Empfinden, welches beinahe zum Selbstzweck zu
verkommen droht, wären da nicht einzelne Szenen des Schreckens, die noch eine andere Wahrheit
freilegen."
(Neue Zürcher Zeitung, 5.11.1990, Beatrice Eichmann-Leutenegger)
"Die Motive des Romans sind erstaunlich, der Zugriff der jungen Autorin auf die Narrenperspektive und
das Mittelalter, auf die Mauerkälte und die Monotonie des Burglebens verblüffend. (... ) Behutsamkeit
ist kennzeichnend für das Buch; dessen konzentrierte Stille übt eine Sogwirkung aus, die eine ganz
besondere Atmosphäre über die Lektüre legt. Doch diese Atmosphäre, die etwas Abgehobenes und mitunter
etwas beinahe Mystisches mit sich bringt, macht auch misstrauisch: Die sprachliche und schreibtechnische
Perfektion sowie die Abgewogenheit der Motive muten bisweilen geradezu klassisch an, so dass die
Vermittlung von aktueller gesellschaftlicher Bedeutung sekundär bleibt. Trotzdem ist "Der Narr"
ein hervorragendes Stück Literatur, das neugierig macht auf hoffentlich weitere Werke dieser
vielversprechenden Autorin."
(Bündner Tagblatt, 16.1.1991, Corina Caduff)
"Mit Hilfe eines gekonnt traumverlorenen Erzähltons beschwört Gabrielle Alioth eine versunkene Endzeit.
Ihre Sprache sucht das Schillernde. Sie saugt sich am Vieldeutigen, am Widersprüchlichen ihrer Zeichen
mit Bedeutung voll."
(Basler Zeitung, 3.10.1990, Martina Wohlthat)